• Lage: auf einer beeindruckenden Klippe, in der Schlucht von Choca, am rechten Ufer des Vero.  
  • Beginn der Strecke: Platz des Ortes Lecina  
  • Gesamtdauer der Führung: 2 Stunden 30 Minuten (1 Stunde um zu Fuß hinzukommen)  
  • Inhalt: menschliche Figuren, einige in verschiedenen Szenen, Zeichen, Gruppen von Steinböcken und Vierbeinern.  
  • Stil: Schematisch  

Sie befinden sich auf einer beeindruckenden Felsenklippe, wo der Vero auf die Schlucht von Choca trifft.  Dieser wasserreiche, für die Jagd geeignete, grandiose und erstaunliche Ort hatte für seine Bewohner viele Jahrtausende lang eine ganz spezielle Bedeutung, weshalb man hier auch die dichteste Konzentration an Höhlenmalereien vorfindet.

Die Landschaft, die wir heute sehen, ist ein Fenster in die Vergangenheit, diesem großen prähistorischen Gebiet fehlen jedoch viele Spuren menschlicher Ansiedlungen, die heute leider verschwunden sind.   

Treppen, Seile und Gurte könnten den Zugang erleichtert haben; es gibt Anzeichen für Symbolgegenstände und Ornamente und neben der Höhlenmalerei gab es wohl auch Bilder auf Leder, Holz oder Stoff, die nicht erhalten sind.   

Nur die mit Mineralpigmenten geschaffene Höhlenmalerei konnte die Jahrtausende, die uns von ihren Erschaffern trennen, überdauern und erlaubt uns einen Einblick in die Botschaften und Bedeutung der Magie der prähistorischen Welt.

Der Komplex Barfaluy besteht aus drei Höhlen mit Bildern im schematischen Stil, welcher der im Kulturpark Río Vero am häufigsten vorkommende Kunststil ist.

Bei diesem Stil wird mit den Fingern und dicken Pinselstrichen gearbeitet, weshalb er etwas roh wirken kann.  Lediglich die Geweihe scheinen aus feineren Strichen zu sein, vielleicht mit einer Feder oder einem dünnen Pinsel gemalt.  Es gibt weder Schattierungen noch Nuancen, die den Figuren Volumen verleihen.

Diese Darstellungen sind weder naiv noch geistlos, sondern Teil eines intellektuellen Systems.  

Der Künstler malte diese sechs Ziegen im Profil, die Hörner sind jedoch von vorne zu sehen.  Diese „gedrehte Perspektive“ ist ein generelles Merkmal der prähistorischen Kunst.  Es ist die Reaktion auf einen intellektuellen, jedoch nicht visuellen Realismus: Der Künstler malt etwas, von dem er weiß, dass es existiert, dass er jedoch gerade nicht vor sich sieht.

Die Figuren sind zeitlos, weit entfernt von Raum und Zeit, haben also keinen Bezug zur Umgebung; es handelt sich lediglich um Symbole, deren Bedeutung sich uns entzieht.

Es ist eine synthetische und symbolische Kunst.  Die Geweihe der Tiere sind überdimensional und die Finger der menschlichen Figuren wirken wie Klauen.

 

  • Barfaluy 2
  • Barfaluy 3
  • Barfaluy